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Kurs

„Schrift ist das niedergeschriebene Bild der Sprache, das Bild eines Klangs.” Kurt Schwitters, 1927

Typografie bewahrt und vermittelt nicht nur Gedanken, sondern beeinflusst auch, wie wir sie wahrnehmen. Bewusst eingesetzt, kann Typografie die Sprache lebendig machen und ihre Wirkung verstärken.

Schon die Avantgarden des 20. Jahrhunderts wollten die vermeintliche Starrheit der Typografie aufbrechen. Sie experimentierten mit der Verbindung von Sprache, Schriftbild und medialer Inszenierung und brachten Typografie spielerisch und kraftvoll in Bewegung – in Performances, Filmen und Plakaten. Ihre Arbeiten inspirierten Generationen von Künstler:innen und Gestalter:innen und sind immer noch verblüffend aktuell.

Für die Studierenden ist es besonders spannend, Designer:innen und Künstler:innen aus verschiedenen Epochen kennenzulernen – Pionier:innen der dynamisierten Typografie von damals und heute, wie Stéphane Mallarmé, Herbert W. Kapitzki, Daniel Wenzel und Hansje van Halem. Ihre gestalterischen Ansätze und Methoden liefern wichtige Impulse für die eigene Arbeit: Auch wir übersetzen Sprache in visuelle Rhythmen und Klänge.

Unser Semester wird zum Experimentallabor: Unter den vier Schwerpunkten Grid, Transformation, Poetry und Sound erforschten wir systematisch die Dynamisierung von Schrift, analysierten ihre visuelle Grammatik und entwickelten gezielte Gestaltungsstrategien. Dabei entwarfen wir Regelsysteme, die unseren Arbeitsprozess steuerten. Eine Regel stand fest: Wir gestalteten ausschließlich mit Schrift – und experimentierten mit HTML, CSS, ergänzt durch analoge Übungen.

Das Semester ist sportlich: In jeder der vier Sessions entstehen ein digitales und ein gedrucktes Textplakat, auf denen Typografie in Bewegung kommt. Unterstützung erhalten wir von Expert:innen aus Literatur, Performance und Musik, die neue Perspektiven auf Schrift und Sprache eröffnen.

Ausstellungen: