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Type Out Loud 2.0

Kurs

„Es bewegt sich alles. Stillstand gibt es nicht ... Gebt es auf, immer wieder ‹Werte› aufzustellen, die doch in sich zusammenfallen.“
(Aus dem Manifest Für Statik von Jean Tinguely, 1959)

Kein künstlerisches Spektakel damals, kein kritisch-emanzipatorisches Engagement heute ohne Manifest! Das Manifest war und ist die ideale Textform, um scharfe Fragen, klare Erklärungen oder provokante Behauptungen zu veröffentlichen. Es reagiert sensibel auf gesellschaftliche Spannungen, will polarisieren, wachrütteln, mitreißen – manchmal auch verführen.

Seine Sprache ist kurz und laut oder lang und literarisch – aber stets kraftvoll. Wir können die scharfe Zunge der Autor:innen fast hören. Und doch verlassen Manifeste selten die Konvention linear lesbarer Texte – auch typografisch bleiben sie oft zahm. Das ist unsere Chance: Geben wir ihnen die ästhetische Radikalität, die ihnen gebührt!

Spannend wird es, Designer:innen und Künstler:innen kennenzulernen, die sich kulturell und politisch positionieren. Manifeste und Thesen von Tinguely, Metahaven, Experimental Jetset, Ken Garland, Moniker oder Anja Kaiser liefern uns dabei inhaltliche wie gestalterische Impulse.

Wir erkunden die rebellischen Pole im Design, lassen uns von der performativen Kraft der Manifeste inspirieren und entschlüsseln ihre provokative Ästhetik, um daraus neue Gestaltungsmethoden zu entwickeln.

Denn Schrift muss nicht immer gelesen werden. Typografie kann schreien, stottern, tanzen. Ein Plakat kann zur Performance werden. Wir experimentieren – und entwerfen typografische Plakate, die wachrütteln, mitreißen und verführen, indem sie sich bewegen.

Ausstellungen: