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And a Reader

Projekt

«Das Lesen mag in dem Moment aufhören, wenn man die gesamte Struktur des Buches verstanden hat.» (Ulises Carrión, 1975)

Im Projekt And a reader wird der Begriff des Überblicks aus mehreren Perspektiven beleuchtet und gestalterisch verhandelt. Während die Website es ermöglicht, gleichzeitig mehrere Inhaltsebenen zu betrachten und zu lesen, hat die gedruckte Sammlung einen linearen Aufbau. Beide Medien umfassen die gleichen Inhalte. Die betrachtende Person entscheidet selbst, wie weit sie sowohl im Raum des Buches als auch im Raum des Internets gehen möchte. Ab wann haben wir das Gefühl, genug gesehen zu haben? Wann haben wir überblickt, was wir sehen? Muss das überhaupt als Ziel gelten?
In seinem Projekt können gleichzeitig verschiedene Inhaltsebenen, die mit spezifischen Textstellen verknüpft sind – wie Unterkapitel, Anmerkungen oder Quellenverzeichnis – um Lesetext eingeblendet werden. Dadurch wird der lesenden Person die manuelle Verknüpfung der Inhalte im Vorhinein abgenommen. Kein Blättern, keine Post-Its. Möglicherweise effizient.
Die Druckversion der Website folgt dem Gestaltungskonzept eines Buches. Es gibt eine Einleitung, ein Inhaltsverzeichnis und aufeinander folgende Textabschnitte. Nur die Gestaltung verweist an einigen Stellen auf die Gleichzeitigkeit der Dinge. Überschriften grenzen dicht an Fließtexte, überlagern sie teilweise, der Fließtext drängt sich vor die Überschrift. Ein Affront gegen die Texthierarchie. Ein Rangeln um Lesbarkeit.