Die große Ohnmacht
Projekt
Schon lange gilt die Ohnmacht nicht mehr nur als bloßes medizinisches Phänomen, welches in den vergangenen Jahrhunderten besonders den Frauen zugesprochen wurde. Sie beschreibt auch ein Gefühl der Hilflosigkeit und Angst, die zu mangelnder Einflussnahme und Tatenlosigkeit führt. Gerade in der heutigen Zeit mit ihren politischen und gesellschaftlichen Krisen fühlen sich immer mehr Menschen unfähig den Geschehnissen etwas entgegenzusetzen.
In der Literatur finden sich viele Beispiele dafür, wie Ohnmacht im letzten Jahrhundert gefühlt und beschrieben wurde, unter welchen Ereignissen sie auftrat und wer besonders unter ihr litt. Für das Projekt wurden Romanzitate von drei Autorinnen aus den letzten hundert Jahren ausgewählt. Sie zeigen, wie sowohl die Protagonistinnen als auch die Schriftstellerinnen selbst unter der von patriarchalen Strukturen ausgelösten Ohnmacht, leiden. Jedes der drei Poster stellt eine Facette des Ohnmachtsgefühl dar.
In Virginia Woolfs Zitat zieht die Protagonistin ein Leben in Gewalt dem Leben in Ohnmacht vor und verdeutlicht so, wie viel gewaltvoller die Ohnmacht selbst sein kann. In Roxane Gays Zitat zeigt sich, wie schwer es sein kann, die passenden Worte für ein Leben in Ohnmacht zu finden und Ingeborg Bachmann ringt in ihrem Zitat mit der Kraft, eben diese zu überwinden.
Das Projekt steht genau für diese Überwindung der Ohnmacht, um daraus neue Kraft zu schöpfen.
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