Open Directory
Projekt
, Master
Das Internet wurde als Utopie gegründet. Geprägt von den Einflüssen der Gegenkultur der 60er Jahre und einem Techno-Libertarismus war man sich sicher, eine neue Form der Gesellschaft zu gründen — frei, demokratisch, dezentral. Tim Berners- Lee, Erfinder des World Wide Web, teilte seinen Code und machte ihn frei zugänglich, damit gemeinsam an dieser Vision gearbeitet werden konnte — Open Source — ein Konzept von Zusammenhalt, Solidarität und Transparenz.
Doch heute sind viele dieser Visionen gescheitert. Technologie hat sich mit der Welt gewandelt und die Schattenseiten treten hervor. Deswegen beschäftigt sich die designtheoretische Arbeit Open directory damit, die ursprünglichen Visionen des Internets zu reevaluieren, um herauszufinden, welche Konzepte heute noch relevant sind und wo nach neuen Perspektiven gesucht werden muss. Können das Open Source Konzept und die damit verbundenen Werte als Leitbild für einen verantwortungsvolleren Umgang mit Technologie dienen?
Das Directory eines Computers ist die Dateisystem-Katalogisierungsstruktur, die Verweise auf weitere Computerdateien und andere Verzeichnisse enthält. In Form der Masterarbeit öffnet Clara Grass ihr ganz eigenes Directory. Sie veröffentlicht nicht nur ihren metaphorischen Code des Projektes, sondern öffnet ihr komplettes Verzeichnis. Sie veröffentlicht ihre Theorie-Arbeit, aber auch alles, was dazu beigetragen hat — Texte, Tools und Technologie. Buch und Website folgen dem Open-Source-Gedanken: Wissen als Gemeingut für alle.
Autor:in(en):
Kurs:
Supervision: