Manifestos. Type Out Loud
Publikation
«Es bewegt sich alles. Stillstand gibt es nicht» (Jean Tinguely, Für Statik, 1959) Tinguelys Performance ist so spektakulär wie spekulativ: 1959 wirft er 150.000 Flugblätter seines Manifests über Düsseldorf ab. Angeblich! Denn obwohl fotografisch belegt, ist bis heute ungeklärt, ob die Aktion tatsächlich stattgefunden hat.
Fast ebenso spektakulär, aber durch diese Publikation definitiv besser dokumentiert, sind die grafischen Performances, die unter dem Motto Type out loud entstanden. Zwar haben die Student:innen ihre physikalische Bodenhaftung nicht aufgegeben, aber sie haben — aufgeladen durch methodische Untersuchungen und aktuelle politische Diskurse — die klassischen Elemente des Grafikdesigns in Bewegung gesetzt. Buchstaben und Formen inszenieren sich nicht nur auf dem Papier, sondern als Augmented Reality auch im Raum.
In selbstentwickelten Workshops luden sich die Student:innen gegenseitig ein, Gestaltungsmethoden und ethische Positionen unter den Aspekten von Dekonstruktion, Konstruktion, Affirmation zu untersuchen. Die Student:innen formulierten kritische, emanzipatorische Statements — ebenso spielerisch wie provozierend. Gesellschaftskritische Themen wurden anhand persönlicher Erfahrungen reflektiert: Warum ist es (wieder) interessant, Erich Fromms Haben oder Sein zu lesen? Was haben feministische Texte wie das Cyborg Manifesto von Donna Haraway oder Glitch Feminism von Legacy L. Russell mit uns zu tun? Wie lassen sich Impulse des Rasenden Stillstands von Hartmut Rosa grafisch übersetzen? Die Student:innen positionierten sich und diskutierten die Notwendigkeit einer ‹Neuen Radikalität› — nicht nur im Design.
Kurs:
Supervision:
Autor:in(en):
Sophie Bohne
Valeria Schriber
Niklas Wolf
Carla Günther
Elijah Ofosu
Evelin Dam-Hansen
Godje Loof
Hani Wibowo
Jan Michaelsen
Johannes Mohr
Justice Hirsch
Katharina Wanke
Laura Böttcher
Laura Drews
Leon Ley
Marike Sauvant
Merit Bendler
Mikael Dylla
Niklas Schönemann
Niklas Schütz
Noah Kortenbruck
Saige Hippeli
Simon Bode