Typografische Klischees, die oft unbewusst verwendet werden, können schädliche Stereotypen aufrechterhalten, indem sie bestimmte Schriftarten mit bestimmten Ethnien in Verbindung bringen und so ganze Kulturen falsch darstellen. So kann beispielsweise die Verwendung dekorativer oder kalligrafischer Schriftarten unbeabsichtigt kulturelle Stereotypen hervorrufen, wie etwa die Assoziation von Schriftarten mit nahöstlichen und asiatischen Kulturen oder von Serifenschriften mit europäischen Kulturen. Diese Assoziationen können zu vereinfachten und ungenauen Darstellungen führen, die die Komplexität und den Reichtum verschiedener kultureller Identitäten marginalisieren und untergraben und letztlich Stereotypen verstärken.
Hani Wibowo hat ein Projekt zur Erforschung von ethnografischer Typografie und Stereotypen entwickelt: Dieser Reader enthält eine kuratierte Auswahl von Texten und Bildmaterial aus verschiedenen Websites und untersucht kritisch die Rolle typografischer Abkürzungen bei der Aufrechterhaltung von Stereotypen. Durch die Analyse der Assoziationen bestimmter Schriftarten mit Ethnien und Kulturen wird das Bewusstsein für Vorurteile in der typografischen Darstellung geschärft. Letztlich regt sie zum Nachdenken über die Macht der Typografie an, kulturelle Wahrnehmungen zu formen, und soll zu einem differenzierteren Verständnis kultureller Identitäten im Design und im täglichen Leben beitragen.