Zur Vorbereitung auf das Katalogprojekt Wilhelm und Alexander von Humboldt beschäftigen wir uns mit Werner Herzogs Aguirre, der Zorn Gottes (1972) – einem eindringlichen, grotesken Porträt von Macht, Wahn und dem Scheitern kolonialer Ambitionen. Auf dieser Grundlage entsteht eine individuelle typografische Interpretation des Films in Form einer 16-seitigen Broschüre.
Mit Screenshots, ausgewählten Dialogen, Drehbuchauszügen oder begleitenden Texten wird der Film „zerlegt“ und neu zusammengesetzt. Durch Auswahl, Kombination und gestalterische Transformation entsteht eine persönliche Lesart des Materials.
Ziel ist es, typografisch und bildlich auf das Groteske und die Intensität des Films zu reagieren – auf seine Übersteigerung, Körperlichkeit, sprachliche Exzessivität und nicht zuletzt seine filmische Struktur.
Inhaltlich untersucht das Projekt Parallelen zwischen Aguirre und Humboldt: Beide brechen zu einer Expedition ins Unbekannte auf. Aguirre ist getrieben von Machtgier und dem Mythos von El Dorado, Humboldt von Neugier, Beobachtung und dem Streben nach Erkenntnis. Zwischen wissenschaftlicher Erkundung und zerstörerischem Eroberungsdrang entsteht ein Spannungsfeld, das typografisch, bildlich und konzeptuell erforscht wird.