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ist eine Plattform für parametrisches Design im Grafikdesign. Sie dokumentiert die Arbeit von Studierenden und Lehrenden des Fachbereichs Design der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW), die unter dem Titel „Parametrisches Design im Grafikdesign“ die Bedeutung des Systems als konzeptionelles Modell und Gestaltungsmethode untersuchen.

Beim Design geht es weniger um intuitive, gar geniale „Geniestriche“, sondern vielmehr um einen ganzheitlichen und regelbasierten (systemischen und systematischen) Prozess des Wissenserwerbs und der Formgebung. Es wird immer wichtiger, dynamische Systeme zu entwerfen, die den Designprozess sowohl leiten als auch inspirieren.

Parametrisches Design bezieht sich auf dieses Design in und von Systemen – mit Regeln, ihren Funktionsweisen und ihrer systematischen Manipulierbarkeit. Das Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Heike Grebin ist integraler Bestandteil der Lehre und zielt darauf ab, das Bewusstsein für Design als performativen Prozess zu schärfen.

Play the System vereint ausgewählte Studienprojekte, in denen das System als Designmethode eine wichtige Rolle spielt – ob analog oder digital. Die Arbeiten entstehen in einer fruchtbaren Symbiose aus Theorie, Design und Technologie. Sozial relevante Themen und Positionen aus Philosophie, Kunst und avantgardistischem Design von um 1900 bis heute werden immer wieder diskutiert.

Play the System ist eine Einladung, sich der systemischen Kompetenz des Grafikdesigns bewusst zu werden und die Reife zu erlangen, die Werkzeuge des digitalen Designs kritisch einzusetzen.

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Der Kurs Type out loud wurde von drei Workshops begleitet, die jeweils von einer Gruppe Studierender für alle anderen entwickelt wurden. Zur Vorbereitung des Workshops zum Thema Dekonstruktion setzte sich das Team mit gestalterischen und philosophischen Haltungen ausgewählter Designer:innen und Theoretiker:innen wie Anja Kaiser, Rebecca Stephany, Rick Poynor und Bewegungen wie die des Dada in ihrer jeweiligen Zeit auseinander. Mit verschiedenen inhaltlichen und gestalterischen Übungen wurde sich spielerisch und experimentell den Inhalten der Dekonstruktion genähert:

Dekonstruktion ist eine Absage an Allgemeingültigkeit, festgelegte Normen und Werte, regelkonformes Denken und totalisierende Ansprüche. Vielmehr treten Pluralismus, mehrstimmige Autor:innenschaften und vielschichtige Interpretationen und Lesbarkeiten in den Vordergrund. Das dekonstruktive Denkmodell der Postmoderne steht Pate bei der Betrachtung unserer Zeit und deren Bedingungen — unsere Welt ist eine fließende, komplexe und nicht singulär betrachtbare Wirklichkeit. Vorgegebene und als selbstverständlich anerkannte Strukturen müssen hinterfragt werden.

Es gilt, hierarchische Systeme und ihre Konventionen, die unser westliches, heteronormatives Denken formen, aufzubrechen und neu zu definieren. Vorherrschende und eingeübte Seh- und Denkgewohnheiten werden überwunden, indem gelernte Raster und Systeme dekonstruiert werden. Dekonstruktion meint dabei nicht eine Zerstörung bestehender Ordnungen, sondern eine genaue Analyse des Status quo und die Zerlegung in seine Bestandteile, um diese neu zusammenzufügen und mit einer neuen Bedeutung aufzuladen. Technologie hilft dabei, eingefahrene Routinen aufzubrechen und spielerisch neue Wege und Ansätze zu erforschen.

→ Wortspiel: Setzt euch in einen großen Stuhlkreis. Ein:e Workshopleiter:in eröffnet die Runde mit einem zusammengesetzten Wort wie ‹Sofakissen›. Die nächste Person antwortet mit einem Wort, dessen erste Silbe die letzte des vorherigen Wortes ist, wie ‹Kissenschlacht›. Und so weiter und so fort … Das Wortspiel geht so lange, bis wir alle warm geworden und gut gelaunt sind.

→ Teampartner:in: Jede:r in der Gruppe nimmt einen Begriffszettel und klebt ihn sich auf die Brust. Geht durch den Raum und sucht die Person mit dem passenden Gegenbegriff, um mit ihr ein eindeutiges Oppositionspaar zu bilden: z.B. Ordnung und Chaos. Bewegt euch danach weiter im Raum und sucht nach neuen Oppositionspartner:innen. Redet miteinander und stellt neue Verbindungen zwischen den Begriffen her, die für euch irgendwie sinnvoll erscheinen. Die Begriffspaare können völlig frei und neu gedacht werden, sie können uns überraschen, absurd sein oder Fragen aufwerfen. Die neuen Paare sind auch die Teams, in denen ihr heute zusammen gestaltet.

→ Input: Der Workshop beginnt mit einem kurzen Vortrag über den Begriff der Dekonstruktion und seine Bedeutung im Designkontext. Ausgewählte Designer:innen, ihre Arbeit und ihre Methoden werden vorgestellt, um den Entwurfsprozess zu inspirieren.

→ Gestaltung: Jedes Team bekommt ein bekanntes und weit verbreitetes Symbol oder Logo zugeordnet. Dieses Zeichen wird zum Ausgangspunkt eurer Arbeit. Zerlegt euer Symbol oder Logo in seine einzelnen grafischen Bestandteile, untersucht es auf seine visuelle Systematik und grafischen Eigenschaften. Zerstört es nicht, sondern verformt, verfremdet, vergrößert, verkleinert, zerteilt oder setzt es neu zusammen. Verwendet unkonventionelle analoge oder digitale Strategien, um eurem entstehenden Entwurf eine neue visuelle Bedeutung zu geben.

→ Nachbesprechung: Jede Phase endet mit einer Nachbesprechung, in der wir unsere Erfahrungen teilen. Zum Schluss des Workshops werden die Ergebnisse präsentiert und alle werden überrascht sein, wie natürlich sich Ideen entwickeln können.