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Grafische Filmtranskription

Christoph Lohse

Mit der ‹Grafischen Filmtranskription› wurde ein Darstellungs­system entwickelt, das ein Spielfilm anhand seiner Parameter visualisiert. Das Resultat ist eine Infografik, die eine neue Perspektive auf den jeweiligen Spielfilm eröffnet. Parameter wie Handlung, Dialoge, Szenenwechsel oder Kameraführung werden entlang einer Zeitachse massstabsgetreu dargestellt: Filmminuten werden zu Zentimetern und alle Eigenschaften und Informationen werden zu grafischen Elementen und Texten. Während der ‹Filmbetrachtung› verschiebt sich der Fokus: Es treten Aspekte des Films in den Vordergrund, die bei der einmaligen Rezeption oft unbewusst wahrgenommen werden. Ähnlich wie bei der Notation von Musik oder einzelnen Piktogrammen einer Landkarte, ist das Darstellungssystem mit Hilfe einer Legende erlern- und lesbar. Exemplarisch wurden die beiden Spielfilme ‹Men in Black› (1997) und ‹Chungking Express› (1994) in Form der grafischen Filmtranskription in jeweils ein Plakat und ein Buch transferiert. Ein Streifen auf einem der Plakate entspricht einem Kapitel (die größtmögliche inhaltliche Zusammenfassung eines Abschnittes). Der jeweilige Timecode 00:00:00:00 (Filmstart) befindet sich in der oberen linken Ecke des Plakats, das Filmende am unteren Ende des ganz rechten Streifens. Auf beiden Plakaten entspricht eine Filmminute einer Strecke von 300 pt (= 105,81 mm). In den Büchern entspricht eine Filmminute einer Buchseite.